Meldung vom 10. September 1996
„Niemand sagt uns etwas“: Polizei in Las Vegas klagt über Schweigen
Hunderte Zeugen an der Kreuzung, kaum Aussagen: Drei Tage nach den Schüssen auf Tupac beklagten die Ermittler das Schweigen seines Umfelds.
Während Chirurgen Tupac den rechten Lungenflügel entfernten, kamen die Ermittler kaum voran. „Niemand sagt uns etwas“, zitierte die Los Angeles Times am 10. September 1996 Sergeant Kevin Manning von der Polizei in Las Vegas. Geschossen worden war an einer der belebtesten Kreuzungen der Stadt, vor Hunderten möglichen Zeugen. Am verschlossensten zeigten sich nach Mannings Worten die Begleiter aus Tupacs Konvoi.
Gerangel vor der Klinik
Am Abend des 9. September eskalierte die Lage vor dem University Medical Center: Polizisten der Bandeneinheit, die dort aus Sorge vor Vergeltung Streife fuhren, legten vier Freunden Tupacs Handschellen an. Sie sollen die Beamten gestoßen haben; die Polizei sprach danach von einem Missverständnis.
Suge Knight erschien erst am Abend des 11. September, begleitet von drei Anwälten, zur Befragung bei der Mordkommission. Nach etwa einer Stunde war sie vorbei. Er habe nichts gesagt, was weiterhelfe, erklärte Manning. Wie sich das Schweigen auf den Fall auswirkte, zeigt Die Ermittlungen.