03.03.1997442 Wörter · 2 Min.
Zwei Zeugen: „Niemand hat uns je gefragt“
Frank Alexander und Malcolm Greenidge sagen 1997, sie hätten Tupacs Mörder gesehen. Die Polizei von Las Vegas hält alte Vernehmungsprotokolle dagegen.
Original: „Two Witnesses Claim They Saw Tupac’s Killers“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 3. März 1997
In der Nacht des 7. September 1996 fuhren zwei Männer im Wagen direkt hinter Suge Knights BMW: Malcolm Greenidge, Rapper in Tupacs Begleitgruppe, und Tupacs Leibwächter Frank Alexander. Ende Februar 1997 berichtete die Los Angeles Times, die beiden hätten die Täter gesehen, doch die Polizei habe ihnen nie Fotos von Verdächtigen vorgelegt. MTV griff die Geschichte auf.
Vier Gesichter im weißen Cadillac
Greenidge schilderte vier Männer in einem weißen Cadillac. Wer schoss, habe er nicht erkannt. Er habe die Waffe aber vom Rücksitz aus durch das Fahrerfenster kommen sehen und alle Gesichter für Sekundenbruchteile wahrgenommen. Ob er sie identifizieren könne, wisse er nicht, gefragt habe ihn aber niemand.
Alexander sagte, er könne den Schützen „möglicherweise“ erkennen. Die Polizei habe ihm jedoch nie ein Foto gezeigt.
„Absolut nicht“: Die Polizei hält alte Tonbänder dagegen
Die Polizei in Las Vegas hielt dagegen. Sergeant Kevin Manning sagte, beide Männer hätten in der Tatnacht auf Band ausgesagt. Das passe überhaupt nicht zu ihren neuen Angaben. Die Ermittler wunderten sich, dass sich die beiden nicht früher gemeldet hatten; inzwischen habe man Kontakt aufgenommen.
Der Widerspruch ist gut belegt. Laut Las Vegas Sun waren die Protokolle der Tatnacht 13 und 11 Seiten lang. Auf die Frage, ob er die Schützen identifizieren könne, habe Alexander damals „absolut nicht“ geantwortet, Greenidge „nein“. Manning wunderte sich außerdem über die Darstellung der Zeugen: Sie hatten der Zeitung zugleich erzählt, die Polizei habe sie schikaniert, und sie sei nie auf sie zugekommen.
Schweigen im Umfeld und ein toter Zeuge
Hinter der Geschichte steht ein Grundproblem der Ermittlungen: Kaum jemand aus Tupacs Umfeld wollte 1996 mit der Polizei reden. Ein Zeuge, der es womöglich getan hätte, war da schon tot.
Yafeu „Yaki Kadafi“ Fula, 19 Jahre alt und Mitglied der Outlawz, galt der Polizei in Las Vegas als wichtiger Zeuge, den sie seit der Tat befragen wollte. Er wurde am 10. November 1996 in Orange, New Jersey, erschossen. Die dortige Polizei sah keinen Zusammenhang mit Tupacs Tod.
Das späte Urteil fällt ohne die Zeugen der Tatnacht
Malcolm Greenidge ist Fans als E.D.I. Mean von den Outlawz bekannt. Frank Alexander schrieb später ein Buch über seine Zeit als Tupacs Bodyguard.
Dass der Fall am Ende juristisch doch noch verhandelt wurde, lag nicht an diesen Zeugen, sondern an Aussagen des früheren Gang-Mitglieds Duane „Keffe D“ Davis über den weißen Cadillac. Eine Jury in Las Vegas sprach ihn am 31. August 2026 des Mordes schuldig (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026).
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Personen in diesem Text
Frank Alexander: Tupacs Leibwächter im letzten JahrSuge Knight