06.02.1997376 Wörter · 2 Min.
„Gridlock'd“-Soundtrack verdrängt No Doubt von Platz 1
Im Februar 1997 stieß der „Gridlock'd“-Soundtrack No Doubts „Tragic Kingdom“ nach acht Wochen vom Thron. Doch an der Spitze wurde es eng.
Original: „Tupac’s ‚Gridlock’d‘ Tops No Doubt“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 6. Februar 1997
Acht Wochen lang hatte No Doubt mit Tragic Kingdom die Billboard-Albumcharts angeführt. Anfang Februar 1997 meldete MTV News das Ende dieser Serie. Den Thron übernahm der Soundtrack zu Gridlock’d, dem Film mit Tupac Shakur und Tim Roth, der wenige Tage zuvor in die Kinos gekommen war.
Ein Duett als Zugpferd
Laut der Nachrichtenagentur Reuters, auf die sich MTV berief, verkaufte der Soundtrack in seiner ersten Woche mehr als 150.000 Exemplare. Als Zugpferd galt Wanted Dead or Alive, ein Duett von Tupac und Snoop Doggy Dogg. Veröffentlicht hatte das Album Death Row Records, ein Label, das MTV in seiner Meldung als „angeschlagen“ beschrieb.
Ein Platz drei zu viel
Die Hauptnachricht stimmt. Billboard bestätigt: Tragic Kingdom stand bis zur Ausgabe vom 8. Februar 1997 acht Wochen lang auf Platz 1. In der Ausgabe vom 15. Februar stieg Gridlock’d neu an der Spitze ein, genau wie in den R&B-/Hip-Hop-Albumcharts. Auch die Verkaufszahl von gut 150.000 passt zu diesem Bild.
Ein Fehler unterlief MTV lediglich im letzten Absatz, denn zwei Alben können nicht gleichzeitig auf Platz 3 stehen. Der Sender hatte gemeldet, No Doubt sei auf Platz 3 gefallen, und der Soundtrack zu Madonnas Evita ebenfalls. Tatsächlich rutschte Tragic Kingdom nur auf Platz 2 ab, Evita folgte auf Platz 3.
Ein kurzer Sieg für ein angeschlagenes Label
Die Reihenfolge war knapp und kehrte sich schnell wieder um. Schon in der folgenden Woche stand No Doubt erneut an der Spitze, Gridlock’d fiel auf Platz 2. Es blieb bei einer einzigen Woche auf Platz 1.
Das Wort „angeschlagen“ wählte MTV nicht ohne Grund. Nach Tupacs Tod im September 1996 geriet Death Row stark unter Druck. Labelchef Suge Knight saß in jenen Monaten im Gefängnis, Afeni Shakur stellte öffentlich fest, dass ihr Sohn kaum Vermögen hinterlassen hatte, und im April 1997 verklagte sie das Label. Dass ausgerechnet in dieser Lage ein Death-Row-Album Platz 1 erreichte, zeigt, wie stark Tupacs Name den Katalog noch trug. Billboard verzeichnet für den Soundtrack heute eine Goldene Schallplatte der RIAA.
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