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21.03.1997378 Wörter · 2 Min.

„The Week in Rock“: Polizeidokument wirft Licht auf Tupacs Tod

Partystimmung am Strand, Mordermittlung im Studio: Wie MTV im März 1997 über ein 29-seitiges Polizeidokument zum Mord an Tupac Shakur berichtete.

Original: „Police Document Sheds Light on Tupac’s Death“ · MTV, The Week in Rock · Moderation Kurt Loder, John Norris, Serena Altschul · 21. März 1997

Die Abschrift dieses Ausschnitts aus der MTV-Wochensendung The Week in Rock fängt eine bizarre Szenerie ein: John Norris und Serena Altschul moderieren vom Spring Break 1997 in Panama City Beach, Florida, umgeben von feiernden Studierenden. Dann schalten sie nach New York zu Kurt Loder ins Studio, und der Ton wird schlagartig ernst: Im Mittelpunkt steht ein Dokument der Polizei in Compton zum Mord an Tupac Shakur.

29 Seiten aus Compton: Der Name fiel wenige Tage nach den Schüssen

Loder fasste die Nachricht der Woche zusammen: MTV News hatte am Dienstag ein 29-seitiges Dokument der Polizei in Compton veröffentlicht. Die Anwälte von Death-Row-Chef Suge Knight hatten das Papier einem Gerichtsantrag beigelegt. Daraus ging hervor, dass die Ermittler schon wenige Tage nach den Schüssen auf Tupac den Namen des Mannes kannten, den Gang-Informanten für den Schützen hielten. Zudem beschrieb das Dokument eine fünftägige Gewaltwelle in Compton nach der Tat, mit drei Toten und zehn Verletzten.

Dabei betonte Loder denselben Vorbehalt wie MTV im Sonderbericht: Das Papier stütze sich auf Aussagen von Informanten und beweise für sich genommen nichts, das sei Sache der Gerichte. Für die Details verwies er auf den MTV-Sonderbericht zum Mord. Zum Schluss erwähnte er, dass Orlando Anderson in einem CNN-Interview bestritten hatte, Tupac getötet zu haben. Inhaltlich überschneidet sich dieser Mitschnitt stark mit dem Sonderbericht von MTV.

Bekannt seit März 1997, angeklagt erst 2023

Der Ausschnitt zeigt, wie der Fall Tupac 1997 Teil des Pop-Alltags war: Mordermittlung und Spring-Break-Party in derselben Sendung. Er zeigt aber auch, dass die Grundzüge der späteren Anklage schon im März 1997 öffentlich bekannt waren: die Prügelei im MGM Grand, die Southside Crips und der Name Anderson.

Das ist bemerkenswert: Im September 1996 hatte die Polizei laut Los Angeles Times öffentlich noch keinen Zusammenhang zwischen Tupacs Tod und den Schießereien in Compton gesehen. Die Polizei in Las Vegas hielt den Fall trotzdem für nicht anklagereif. Erst 2023 wurde Andersons Onkel Duane „Keffe D“ Davis angeklagt und am 31. August 2026 schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026). Fast drei Jahrzehnte nach der Sendung landete damit genau jene Spur vor Gericht, über die MTV schon damals berichtete.