1996-01366 Wörter · 2 Min.
„California Love“: Mad Max im Jahr 2095
Wüste, Partyzelt und 600.000 Dollar Budget: Wie Elizabeth Kolsky Anfang 1996 Hype Williams’ Video zu „California Love“ feierte.
Original: „Mad Maxin’ With the Money“ · Medium nicht überliefert · Elizabeth Kolsky · Anfang 1996
Goldminen, Filme, Strände: Elizabeth Kolsky begann mit dem Mythos Kalifornien und sah Death Row als dessen jüngstes Kapitel. Das Label voller Provokateure heizte den Streit zwischen Ost- und Westküste an. Anfang 1996 feierte Kolsky das Video zu California Love, Tupacs erster Single nach der Entlassung aus dem Gefängnis, aufgenommen mit Dr. Dre und Roger Troutman.
Endzeit im Jahr 2095: Williams schickt Tupac in die Wüste
Regisseur Hype Williams verlegte die Szene ins Jahr 2095: eine kalifornische Wüste nach dem Weltuntergang unter tiefblauem Himmel. Dort herrscht „Monster“, ein Warlord in Leder, der weiß: Wer die Tanzfläche kontrolliert, kontrolliert die Leute. Dr. Dre und Tupac schleichen sich hinein, entführen seine Tänzerinnen und feiern in ihrer eigenen leuchtenden Kuppel weiter. Monsters Krieger jagen hinterher, am Ende brennt alles. Dann wacht Tupac auf: Es war nur ein Traum, „to be continued“.
Geklaut bei „Mad Max“: Kolsky verteidigt den Remix
Kolsky räumte ein, dass Williams offen bei Mad Max klaut, und verteidigte es: So funktioniere Hip-Hop, man nehme etwas Vorhandenes und mache einen Remix daraus. Über das angeblich 600.000 Dollar teure Budget sollten sich die Neider nicht beschweren. Ihr Urteil: wunderschön, sexy, prächtige Kostüme, „it’s going to sell a lot of records“.
Platz 1 in den Charts und ein Dreh in El Mirage
Die Prognose ging auf. California Love erschien am 3. Dezember 1995 und stand 1996 zusammen mit How Do U Want It als Doppel-A-Seite zwei Wochen auf Platz 1 der Billboard Hot 100.
Das Video wurde vom 10. bis 13. November 1995 in El Mirage in der kalifornischen Wüste gedreht. Die Idee mit Mad Max Beyond Thunderdome stammte von Tupacs Freundin Jada Pinkett, die ursprünglich Regie führen sollte. „Monster“ spielte Clifton Powell, Chris Tucker hatte eine Rolle als dessen MC. Der Traum-Schluss leitet zu einem zweiten Video über, das zur Remix-Fassung auf All Eyez on Me gehört.
Roger Troutman, dessen Talkbox den Refrain trägt, wurde am 25. April 1999 erschossen; die Polizei ging von einer Tat seines Bruders Larry aus, der sich danach selbst tötete.
Hinweis: Der Archivtext enthielt einen doppelt eingefügten, verstümmelten Satz; das Medium der Erstveröffentlichung ist nicht belegt.
Personen in diesem Text