27.04.1997325 Wörter · 1 Min.
Wandbild in Georgia: Tupac und Biggie für den Frieden
Im April 1997 verewigen Künstler in Georgia die toten Rivalen Tupac und Biggie auf einer Backsteinwand. Ihre Botschaft: „Increase the Peace“.
Original: „Rapper mural promotes peace“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · 27. April 1997
Im April 1997 blickten zwei getötete Rivalen von einer Fassade im US-Bundesstaat Georgia. An der Backsteinwand des Plattenladens One Stop Music in Macon prangten seit Kurzem riesige Porträts von Tupac Shakur und The Notorious B.I.G. Darunter stand die Forderung: „Increase the Peace“.
Zwei Morde, keine Festnahmen
Gemalt hatten das Bild der Airbrush-Künstler, Rapper und Hip-Hop-Choreograf Carl Dudley und sein Partner Larry Newton aus Atlanta. Den Anstoß gaben die Parallelen der beiden Morde: zwei Stars, zwei Drive-by-Schüsse, keine Festnahme. Dudley sagte dazu nur einen Satz: „It shouldn’t take death to stop violence“es sollte nicht erst Tote brauchen, um Gewalt zu beenden.
Er wusste, wovon er sprach: Dudley gehörte zu den Organisatoren der Initiative NUTS („Neighborhoods United to Survive“), die in den Vierteln gegen Revierdenken und Gang-Gewalt arbeitete.
Tödlicher Ernst nach dem 9. März
Das Wandbild fing die Stimmung im Frühjahr 1997 ein. Nach dem Tod von Biggie am 9. März 1997 war vielen in der Szene klar, dass aus dem Wortgefecht zwischen Ost und West etwas Tödliches geworden war oder zumindest so wirkte. Schon im Februar hatten Rapper öffentlich zu einem Waffenstillstand aufgerufen; nach Biggies Tod mehrten sich die Appelle.
Seitdem sind überall Wandbilder mit Tupac entstanden, oft allein, oft zusammen mit Biggie, von Los Angeles und New York bis Europa. Das Bild aus Macon gehört zu den frühen Beispielen dieser Fan-Kunst.
Eine schiefe Parallele, die bleibt
Mit heutigem Wissen wirkt die Gleichsetzung der beiden Fälle schief: Der Mord an Tupac hatte nach dem Urteil von 2026 gegen Duane „Keffe D“ Davis (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026) einen Auslöser in einer Gang-Fehde aus Compton; der Mord an Biggie ist ungeklärt.
Ein Fehler steckte zudem im damaligen Archivtext: Tupac wurde nicht „last November“ erschossen. Er wurde am 7. September 1996 in Las Vegas angeschossen und starb am 13. September. Die Botschaft des Bildes trifft trotzdem.