21.03.1997324 Wörter · 1 Min.
Über 250 Hinweise nach „Unsolved Mysteries“
März 1997: Nach „Unsolved Mysteries“ gehen über 250 Hinweise ein. Das FBI lauscht mit, doch Las Vegas schickt niemanden, und die heißeste Spur verpufft.
Original: „Over 250 tips received after TV show’s segment on Shakur“ · Las Vegas Sun · Cathy Scott · 21. März 1997
Wenn im Callcenter ein vielversprechender Tipp einging, hob jemand eine rote Karte, und FBI-Agenten hörten mit. Mehr als 250 Anrufe zählte die NBC-Sendung Unsolved Mysteries nach ihrem Beitrag über den Mord an Tupac. Eine Woche nach der Ausstrahlung zog Cathy Scott in der Las Vegas Sun Bilanz. „That’s a good number for us“sagte Produzentin Judy Storch, mehr als bei einem gut lösbaren Fall in derselben Folge.
Ein heißer Tipp ohne Telefonnummer
Telefonisten nahmen die Anrufe an, einige Anrufer wurden direkt befragt. Seit Montag gingen die Hinweiszettel an die Mordkommission der Metro Police. „We are reading every one of them“, versicherte Sergeant Kevin Manning.
Ein Hinweis wirkte heiß, doch der Anrufer hinterließ aus Angst vor Vergeltung keine Nummer. Die Polizei konnte ihm nicht nachgehen. Bemerkenswert blieb: Metro war eingeladen, beim Callcenter dabei zu sein, und schickte niemanden. Lieutenant Wayne Petersen: „If we get one call out of a thousand, it’s worth it.“
Zwei Morde auf dem Beifahrersitz
Der Rest des Textes fasste den Fall zusammen und zog wie viele Artikel dieser Tage die Linie zum Mord an The Notorious B.I.G.: Beide saßen auf dem Beifahrersitz, beide kamen von einem großen Abend, beide waren mit ihren Label-Chefs unterwegs, Suge Knight und Sean „Puffy“ Combs.
Korrekturen zum Archivtext: Biggie wurde am 9. März 1997 erschossen, nicht am 10. Tupac wurde nach heutigem Stand viermal getroffen, nicht dreimal.
80 Prozent glaubten, Tupac lebe noch
Aus den Anrufen wurde nichts. Zwei Monate später erzählte die Polizei, 80 Prozent der weitergeleiteten Hinweise drehten sich um die Idee, Tupac lebe noch (siehe Keine Spuren, viel Skepsis).
Der Fall kam erst Jahrzehnte später vor Gericht, nicht durch anonyme Anrufer, sondern nachdem Duane „Keffe D“ Davis selbst über die Tatnacht gesprochen hatte. Er wurde am 31. August 2026 in Las Vegas des Mordes schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026).
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