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12.03.1997366 Wörter · 2 Min.

Polizei Las Vegas: Kein Beweis für Verbindung der Rapper-Morde

Nach dem Mord an The Notorious B.I.G. wiegelt die Polizei in Las Vegas ab: Die Ost-West-Rivalität sei ein reiner Medienhype.

Original: „No evidence of link in rapper slayings“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · Robert Macy · 12. März 1997

Drei Tage nach dem Mord an The Notorious B.I.G. in Los Angeles meldete sich die Polizei in Las Vegas zu Wort. Lieutenant Wayne Petersen betonte, es gebe keinen Beweis für eine Verbindung zwischen den Morden an Tupac und Biggie. Die Rede von einer tödlichen Ost-West-Rivalität nannte er einen „media hype“. Diese Spur habe man im Fall Tupac schon früh verworfen. Zwar verfolge man eine eigene Theorie zum Tathergang, wolle diese aber nicht näher ausführen.

Sergeant Kevin Manning, der leitende Ermittler, habe zudem mit den Kollegen in Los Angeles telefoniert. Worüber die Beamten sprachen, verriet Petersen nicht.

Fotos für die Zeugen aus dem Konvoi

Die Meldung drehte sich außerdem um zwei Zeugen. Tupacs Leibwächter Frank Alexander hatte erst gesagt, er könne den Schützen nicht erkennen, später aber erklärt, er könne es vielleicht doch. Auch der Rapper Malcolm Greenidge (E.D.I. Mean von den Outlawz), der im Konvoi hinter Tupac fuhr, hatte sich gemeldet. Die Polizei kündigte an, beiden Männern Fotos möglicher Verdächtiger zu zeigen, hielt Termin und Ort zum Schutz der Zeugen jedoch geheim. „Violence is so rampant in the rap music business that anyone would have to be concerned“sagte Petersen.

Fotoreihen ohne Treffer

Die Gegenüberstellung brachte keinen Fortschritt. Alexander sah am 19. März 1997 acht Fotoreihen und erkannte niemanden. Greenidge wollte die Bilder laut Polizei gar nicht erst ansehen (siehe Keine Spuren, viel Skepsis). Zu diesem Termin kam es überhaupt erst, nachdem beide Ende Februar 1997 der Los Angeles Times gesagt hatten, die Polizei habe ihnen nie Fotos gezeigt. Ein weiterer Zeuge aus dem Konvoi, Yafeu „Yaki Kadafi“ Fula, war bereits im November 1996 in New Jersey erschossen worden.

Compton statt New York

Mit seiner Einschätzung zur Ost-West-These lag Petersen im Kern richtig. Der Mord an Tupac hatte nach der Darstellung der Anklage und dem Schuldspruch einen Auslöser in Compton, nicht in New York. Am 31. August 2026 wurde Duane „Keffe D“ Davis von den Southside Compton Crips in Las Vegas des Mordes schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026). Welche „Theorie“ die Polizei 1997 verfolgte, machte sie nie öffentlich.