10.03.1997396 Wörter · 2 Min.
Ist der Rap-Krieg echt? Fragen nach Biggies Tod
Einen Tag nach den Schüssen auf Biggie Smalls fragt die AP im März 1997: War die Fehde zwischen Ost und West mehr als ein Werbegag?
Original: „Is the rap war for real?“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · 10. März 1997
Am frühen Morgen des 9. März 1997 fielen in Los Angeles die Schüsse auf The Notorious B.I.G. (Christopher Wallace). Er saß nach einer Party des Magazins Vibe im Anschluss an die Soul Train Music Awards in einem geparkten GMC Suburban, als aus einem vorbeifahrenden Auto geschossen wurde. Er war 24.
Am Tag danach stellte die Associated Press die Frage, die damals die gesamte Szene umtrieb: War die Fehde zwischen Ost- und Westküste, lange als Werbegag abgetan, tödlicher Ernst geworden? Zwei Stars waren tot, sechs Monate auseinander, beide auf fast gleiche Weise gestorben.
Skepsis bei den Ermittlern, Streit in der Branche
Die Stimmen im Bericht gingen auseinander. Sergeant Kevin Manning aus Las Vegas sah keinen Hinweis auf einen Zusammenhang. Soul Train-Erfinder Don Cornelius verlangte, die Behörden sollten die Rivalität endlich ernst nehmen. Die Publizistin Phyllis Pollack hielt das für Unsinn: Kein Künstler im Westen wolle Kollegen aus dem Osten umbringen, um mehr Platten zu verkaufen. Jesse Washington, Managing Editor von Vibe, warnte vor schnellen Schlüssen und nannte die Toten eine „sad reflection on the level of violence in our community“.
Der Überfall von 1994 und Tupacs Vorwürfe
Der Text erinnerte an die Vorgeschichte: Tupac warf Biggie vor, hinter dem Überfall im November 1994 in New York zu stecken, bei dem er angeschossen und ausgeraubt worden war. Biggie bestritt das. Später prahlte Tupac in einem Song, mit Biggies Frau Faith Evans geschlafen zu haben.
Kein Krieg der Küsten: Das Motiv lag im MGM Grand
Sauber beantwortet ist die Frage des Artikels bis heute nicht. Der Mord an Biggie ist offiziell ungeklärt. Der Mord an Tupac dagegen endete vor Gericht: Am 31. August 2026 wurde Duane „Keffe D“ Davis von den Southside Compton Crips in Las Vegas schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026).
Das Motiv, das die Anklage vortrug, war lokal: die Prügelei, bei der Tupac und Suge Knights Begleiter Davis’ Neffen Orlando Anderson Stunden vor der Tat im MGM Grand zusammenschlugen. Laut Anklage gab Davis die Waffe an einen Mann auf dem Rücksitz weiter und befahl die Schüsse. Die Ost-West-Rivalität erscheint damit eher als aufgeheizter Hintergrund denn als Ursache.
Hinweis: Der Archivtext sprach von „Sunday morning“; die Schüsse fielen tatsächlich gegen 0:45 Uhr in der Nacht zum Sonntag, 9. März 1997.
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