09.09.1997330 Wörter · 2 Min.
Verleger verteidigt das Autopsiefoto von Tupac
Ein Autopsiefoto in Cathy Scotts Buch empört 1997 die Gerichtsmedizin. Der Verleger verteidigt den Druck: Das Bild soll die Gerüchte beenden.
Original: „Book publisher defends Shakur photo“ · Las Vegas Sun · Ed Koch · 9. September 1997
Einen Tag nach dem Erscheinen von Cathy Scotts Buch The Killing of Tupac Shakur gab es Ärger um ein Foto aus der Gerichtsmedizin: Im Band war Tupacs Leichnam auf dem Seziertisch abgedruckt, mit tiefen Operationsschnitten an Brust und Kopf. Das Büro des Clark County Coroner forderte eine Untersuchung, wer das Bild an Scott weitergegeben hatte, doch der Verleger verteidigte den Abdruck.
Kein Effekt, sondern eine Antwort
Anthony Curtis, Inhaber des Verlags Huntington Press, blieb gelassen: „This does not really scare me, we considered this before publication.“ Man habe das vor dem Druck abgewogen. Seine Begründung: Das Foto sei kein Effekt, sondern eine Antwort. „There is an enormous rumor that Tupac is alive“: Das Gerücht, Tupac lebe noch, sei riesig, und dieses Bild beantworte die Frage.
Überrascht habe ihn nur der Vorwurf, das Foto sei unrechtmäßig beschafft worden. Bezahlt habe der Verlag nichts. Scott betonte, sie habe das Foto legal und unentgeltlich bekommen; ihre Quelle nannte sie nicht. Laut ihrem Buch boten Boulevardblätter kurz nach dem Tod bis zu 100.000 Dollar für ein solches Bild. Am Schluss nannte der Artikel die Zahlen: 2.000 bis 3.000 Vorbestellungen, die Erstauflage lag bei 25.000 Exemplaren.
Ermittlungen ohne Ergebnis: Niemand wird belangt
Die interne Untersuchung der Metro Police endete einige Wochen später ohne Ergebnis: Mehrere Mitarbeiter von Polizei und Gerichtsmedizin wurden befragt, niemand wurde belangt (siehe Metro schließt Ermittlung zum Shakur-Foto).
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Das Foto beendete die Gerüchte nicht
Curtis’ Ziel erreichte das Foto nicht. Der Mythos, Tupac habe seinen Tod inszeniert, hielt sich jahrzehntelang, gefüttert von posthumen Alben, dem Pseudonym Makaveli und Zahlenspielen um die „7“.
Für Fans bleibt das Bild ein Streitpunkt: Für die einen ist es ein Dokument, für die anderen ein Bruch mit der Würde des Toten. Das Archiv zeigt die Aufnahme bewusst nicht.