04.09.1997389 Wörter · 2 Min.
Cathy Scotts Buch über den Tupac-Mord erscheint
September 1997: Polizeireporterin Cathy Scott veröffentlicht ihr Buch über den Mord an Tupac. Der Ermittlungsleiter in Las Vegas will es nicht einmal lesen.
Original: „Book chronicling Shakur murder set to hit stores“ · Las Vegas Sun · Debra D. Bass · 4. September 1997
Zehn Monate lang schrieb Cathy Scott in jeder freien Minute. Die Polizeireporterin der Las Vegas Sun trug zusammen, was sie über den Mord an Tupac und die Ermittlungen wusste. Am 4. September 1997 stellte ihre eigene Zeitung das Ergebnis vor: The Killing of Tupac Shakur.
Zwischen kühler Bilanz und Platin-Status
Der kleine Las-Vegas-Verlag Huntington Press brachte das Buch am 8. September 1997 heraus, exakt einen Tag nach dem Jahrestag der Schüsse. Der Artikel der Sun steigt bewusst provokant ein. Er nennt Tupac bei seinem Geburtsnamen Lesane Parish Crooks und zieht eine kühle Bilanz seines Lebens. Dann folgt der Umschwung: Der Rapper sei ein Platin-Star und ein ernst genommener Schauspieler gewesen, sein Tod so umstritten wie sein Leben. Eine kleine Korrektur zum Originaltext ist hier nötig: Tupac wurde nach heutigem Stand viermal getroffen, nicht dreimal.
Verleger Anthony Curtis lobt Scotts Material als einzigartig; die nationale Presse sei mit ihren Fragen am Ende immer bei ihr gelandet. Scott selbst gibt sich bescheiden und betont, sie sei keine Ermittlerin. Ihr Vorwort beendet sie dennoch mit einem harten Urteil, das die Sun zitiert: „Someone has gotten away with murder.“jemand sei mit Mord davongekommen.
Der Ermittler will nicht lesen
Die Polizei von Las Vegas winkte ab. Sergeant Kevin Manning, der Leiter der Ermittlungen bei der Metro Police, hatte keine Lust auf das Buch. Ob er es für fair halte? „You’re assuming I’m going to read it“er habe nicht vor, es zu lesen.
Die Polizei, so Manning, habe alle Fakten und wisse ziemlich genau, was passiert sei. Das eigentliche Problem seien Zeugen, die nicht aussagen wollten. Daran werde auch ein Buch nichts ändern.
27 Jahre bis zur Anklage
Scotts Werk wurde zu einem der Standardwerke über den Fall, auch wegen eines Autopsiefotos, das wenige Tage später für Ärger sorgte (siehe Verleger verteidigt das Shakur-Foto).
Mannings Satz, die Polizei wisse, was passiert sei, liest sich heute anders. Der Fall blieb 27 Jahre lang ohne Anklage. Erst im September 2023 wurde Duane „Keffe D“ Davis festgenommen. Am 31. August 2026 sprach ihn eine Jury in Las Vegas des Mordes ersten Grades schuldig (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026). Die Grundlage für den Schuldspruch waren vor allem seine eigenen Aussagen, nicht neue Zeugen aus Tupacs Umfeld.