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14.03.1997418 Wörter · 2 Min.

Wie „Unsolved Mysteries“ den Tupac-Mord nachstellte

Kurz nach dem Mord an Biggie stellte „Unsolved Mysteries“ 1997 das Attentat auf Tupac nach. Reporterin Cathy Scott war beim Dreh in Las Vegas dabei.

Original: „Behind the scenes of ‘Unsolved’ Shakur mystery“ · Las Vegas Sun · Cathy Scott · 14. März 1997

Im Februar 1997 reiste ein TV-Team aus Burbank nach Las Vegas. Es mietete einen schwarzen BMW und einen weißen Cadillac, um die Schüsse vom 7. September 1996 an der Kreuzung East Flamingo Road / Koval Lane nachzustellen. Die NBC-Sendung Unsolved Mysteries bereitete den Mordfall Tupac auf. Cathy Scott, Polizeireporterin der Las Vegas Sun und von Anfang an die wichtigste Lokaljournalistin im Fall, begleitete den Dreh und schilderte ihre Eindrücke am 14. März 1997 in der Ich-Form.

Ein zweiter Anlauf ohne die Polizei

Zunächst hatte die Produktion ihre Pläne auf Eis gelegt, weil America’s Most Wanted schneller gewesen war. Nun nahm Unsolved Mysteries einen neuen Anlauf. Das Team interviewte Scott zweieinhalb Stunden lang, dazu zwei Freunde von Tupac. Die Mordkommission der Metro Police lehnte ein Interview ab: Publicity helfe nicht bei der Aufklärung.

Parallelen nach dem 9. März

Das Timing machte die Ausstrahlung am Abend des 14. März 1997 brisant. Fünf Tage zuvor, am 9. März 1997, war The Notorious B.I.G. in Los Angeles erschossen worden. Scott zählt in ihrem Artikel die Parallelen auf: Beide Rapper starben nach einem großen Abend auf dem Beifahrersitz durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto. Beide waren mit ihren Label-Chefs unterwegs, Tupac mit Suge Knight, Biggie mit Sean „Puffy“ Combs.

In der Sendung stellte Moderator Robert Stack die Fragen, die den Fall jahrelang begleiten sollten: „Why were Tupac’s trusted bodyguards unarmed? Why did the killer seem to target only Shakur?“warum Tupacs Leibwächter unbewaffnet waren und warum der Schütze offenbar nur auf ihn zielte.

250 Anrufe und ein später Schuldspruch

Ein Folgeartikel der Sun verzeichnete über 250 Anrufe nach der Sendung, doch ein Durchbruch blieb aus. Im September 1997 veröffentlichte Scott ihr Buch The Killing of Tupac Shakur.

Fast 30 Jahre später sind Stacks Fragen zum Teil beantwortet. Duane „Keffe D“ Davis, der Onkel des Southside-Crip Orlando Anderson, schilderte 2008 Ermittlern in einer vertraulichen Befragung und ab 2018 auch öffentlich, in der BET-Doku Death Row Chronicles und in seinem Buch Compton Street Legend (2019) –, dass er im weißen Cadillac saß.

Er wurde im September 2023 festgenommen und am 31. August 2026 in Las Vegas des Mordes schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig; Strafmaß angesetzt für den 13. Oktober 2026, Stand Oktober 2026). Die Anklage sah ihn als Organisator, der die Waffe besorgte; wer abdrückte, ließ sie offen. Ein Zusammenhang mit dem Mord an Biggie, über den die Sendung spekulierte, ist bis heute nicht gerichtlich festgestellt.