421 Wörter · 2 Min.
Tupac Shakur: Thug Angel, The Life of an Outlaw (2002)
Peter Spirers Doku von 2002 mit Tupac als 17-Jährigem, Freestyles, Schießstand-Interview und Stimmen von Shock G, Treach, Mutulu Shakur und Leila Steinberg.
- Titel
- Tupac Shakur: Thug Angel, The Life of an Outlaw
- Regie
- Peter Spirer (Rugged Entertainment)
- Erscheinungsjahr
- 2002, als DVD bei Image Entertainment
- Länge
- rund 92 Minuten
- Sprache
- Englisch; in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben
Thug Angel gehört zu den Tupac-Dokus, die bei Fans bis heute einen guten Ruf haben. Das liegt weniger an einer neuen These als an seltenem Material: Tupac mit 17, Tupac beim Freestyle, Tupac auf dem Schießstand. Dazu kommen Menschen, die ihn früh begleitet haben und auf die große Bühne kaum gelangten.
Daten zum Film
Spirer hatte sich mit Musikdokumentationen wie Rhyme & Reason (1997) einen Namen gemacht und war 1993 für einen Kurz-Dokumentarfilm für den Oscar nominiert. Später produzierte er auch die Beef-Reihe über Rap-Fehden mit.
Worum es geht
Der Film folgt Tupacs Leben in 28 Kapiteln: Kindheit, die Black-Panther-Wurzeln der Familie, die Jahre in Marin City, die Zeit bei Digital Underground, Thug Life, Zensur-Debatten, die Anklagen, das Gefängnis, die Rückkehr und der Tod mit 25. Die Kapitelüberschriften verraten den Ton, von „Homelessness and Change“ bis „Predicting Death“.
Herzstück sind Archivaufnahmen: ein Interview aus dem Jahr 1988, in dem der 17-jährige Tupac in Oakland über Ungerechtigkeit auf der Straße spricht; Freestyle-Szenen mit Treach, Biggie und Grand Puba; ein Gespräch auf einem Schießstand in Compton. Die DVD enthält einige dieser Interviews als Bonus in voller Länge, dazu ein Gespräch mit seinem Stiefvater Mutulu Shakur, das vor einem Gefängnis in Atlanta aufgenommen wurde.
Zu Wort kommen unter anderem Shock G und Money-B von Digital Underground, Treach von Naughty by Nature, Tupacs erste Managerin Leila Steinberg, Produzent Johnny „J“, die frühere Pressesprecherin Karen Lee, der Autor Michael Eric Dyson, die Musikwissenschaftlerin Susan McClary von der UCLA und Quincy Jones. Auch Snoop Dogg, Yafeu Fula von den Outlawz, Ex-Manager Atron Gregory und Rashida Jones sind zu sehen.
Ein Moment, der hängen bleibt
Oft zitiert wird Shock Gs Beobachtung zu Tupacs Stimme: Andere Rapper rappten aus der Nase oder aus dem Rachen, Tupac dagegen „from the pit of his stomach“aus der Magengrube, und daher komme seine Kraft. Solche Einsichten von Weggefährten machen den Film wertvoll.
Einordnung
Thug Angel ist eine seriöse, von Fans geschätzte Produktion. Sie wagt keine Mordtheorie und verzichtet auf Sensationsmache. Die Schwäche ist eher die Fülle: Viele Stimmen, kurze Kapitel, wenig roter Faden. Wer Tupac: Resurrection kennt, findet hier eine gute Ergänzung, weil Menschen aus der frühen Zeit ausführlicher zu Wort kommen.
2011 folgte mit Tupac Shakur: Thug Angel 2 eine Fortsetzung. Zum Film erschien außerdem ein Soundtrack-Album, das die Seite Thug Angel, Soundtrack vorstellt.