Zum Inhalt
Design:StandardSiebdruck
Die deutsche Tupac-Shakur-Seite · seit 2002 Leben, Werk, Umfeld und Tod Design:StandardSiebdruck
United·Tupac.Com Seit 2002
Menü

557 Wörter · 3 Min.

Can't C Me

George Clinton am Mikro, Funkadelic im Sample und ein Beat für Dr. Dre und Ice Cube: Wie „Can’t C Me“ auf „All Eyez on Me“ landete.

Album
All Eyez on Me, 13. Februar 1996 (Disc 2, Titel 1)
Label
Death Row Records / Interscope Records
Produktion
Dr. Dre
Gast
George Clinton; zusätzlicher Gesang: Nanci Fletcher
Autoren
Tupac Shakur, Andre Young (Dr. Dre), George Clinton
Samples
(Not Just) Knee Deep (Funkadelic), I’m Only Out for One Thang und Get Off My Dick and Tell Yo Bitch to Come Here (Ice Cube), What’s My Name (Snoop Dogg), Shake, Rattle and Roll (Big Joe Turner)
Länge
5:31

Schwerer Funk, ein pfeifender Synthesizer und viel Raum: Can’t C Me klingt nach genau dem Sound, den Dr. Dre Anfang der 90er zum Markenzeichen gemacht hatte. Am Mikrofon steht mit George Clinton der Mann, auf dessen Katalog dieser Sound zurückgeht. Der Track eröffnet die zweite CD von All Eyez on Me und ist neben dem Remix von California Love eine von nur zwei Produktionen Dr. Dres auf dem Doppelalbum.

Für Ice Cube gedacht, an Tupac weitergereicht

Nach einem Bericht von Revolt (2018) war der Beat ursprünglich für Helter Skelter gedacht, das nie erschienene gemeinsame Album von Dr. Dre und Ice Cube. Tupac bekam ihn stattdessen für sein Death-Row-Album. Das passt zu den Samples: Gleich zwei Ice-Cube-Titel und Snoops What’s My Name werden zitiert, dazu der Rock-‘n’-Roll-Klassiker von Big Joe Turner. Die Grundlage bildet (Not Just) Knee Deep von Funkadelic, ein Stück von George Clinton, das Dre schon Jahre zuvor für seinen eigenen Hit Dre Day benutzt hatte (Wikipedia zu Knee Deep).

Clinton, Kopf von Parliament und Funkadelic, tritt als Gast auf und steht auch im Autorenfeld. Die Aufnahmen gehören zu den Sessions von Oktober bis Dezember 1995 in Tarzana; ein genaues Datum für diesen Titel ist nicht gesichert. The Ringer (2021) zählt Can’t C Me und die California-Love-Fassung als die beiden Dre-Beiträge zum Album.

„Ihr könnt mir nichts“: Klare Fronten und das Zerwürfnis mit Dre

Der Titel („du kannst mich nicht sehen“) kehrt die Haltung des Titelsongs um. Wo All Eyez on Me das Beobachtetwerden beklagt, behauptet Tupac hier: Ihr könnt mir nichts. Revolt (2021) fasst den Song so zusammen, dass er eine Grenze zieht und von anderen verlangt, sich zu entscheiden, ob sie zu ihm halten oder gegen ihn stehen. Er feiert seine Freiheit nach der Haft und den Willen, finanziell nach oben zu kommen.

Dass ausgerechnet Dre diesen Beat lieferte, hat im Rückblick einen eigenen Nebenton. Gut drei Monate nach dem Ende der Aufnahmen, im März 1996, verließ Dre Death Row. Tupac griff ihn danach auf Makaveli an (siehe Dr. Dre). Can’t C Me ist damit eines der letzten Zeugnisse der Zusammenarbeit der beiden.

247 Millionen Streams ohne Single-Auskopplung

Das Lied ist keine Single. Beim Streaming kam es bis zum 7. Oktober 2026 auf rund 247 Millionen Spotify-Streams (nach kworb.net) und liegt damit hinter Only God Can Judge Me. Eine Zertifizierung für den Titel ist in den ausgewerteten Quellen nicht belegt.

Von Funkadelic über Dre zu Tupac

Auf dem Album eröffnet der Song „Book 2“ und damit die zweite Hälfte nach der CD, die mit Ambitionz az a Ridah beginnt. Er zeigt, wie viele Beteiligte Death Row 1995 an einem Stück versammelte: Dre, Clinton und Fletcher, dazu Zitate von Ice Cube und Snoop. Vor allem aber belegt er, wie stark die Westküste der 90er auf dem Funk der 70er ruhte: Die Linie von Funkadelic über Dre zu Tupac ist hier unmittelbar hörbar.

Personen in diesem Text

Dr. DreSuge Knight